Zimt
Im neunzehnten Jahrhundert kam der gesamte Zimt der Welt aus Ceylon, und das Monopol darauf war die lukrativste Branche der Holländischen Ostindienkompanie und sehr strengen Gesetzen unterworfen. Bis 1769 waren die Holländer abhängig von dem wilden Zimt, der im tropischen Regenwald wuchs, und dessen Ernte mühsam und gefährlich war. Weil Zimt so wertvoll war, stand auf die Schädigung der Pflanzen und der Verkauf auf dem Schwarzmarkt die Todesstrafe. Immer wieder gerieten die Holländer mit dem König von Kandy in Konflikt wegen der vertraglich festgelegten Ernte- und Verkaufsmengen. Schließlich gelang es den Holländern 1769, Zimt in Mardana, in der Nähe von Colombo, zu kultivieren. 1779 folgten in Negombo, Kalutara, Galle und Matara vier kleinere Plantagen. Dennoch wurden die Holländer nur partiell unabhängig von dem Zimt aus Kandy.

Von 1691 bis 1794 war der durchschnittliche jährliche Export limitiert auf 400.000 Pfund, was ungefähr dem weltweiten Verbrauch entsprach. Der Preis war auf dem höchsten Limit festgelegt, das der Markt es zu zahlen bereit war, und somit ergab sich ein Profit, der bei rund zweihundert Prozent lag. Das Exportieren des Zimts unterlag der Kontrolle des Zimt-Departments, während die einheimischen Zimtschäler eine eigene privilegierte Kaste hatten.

Nach der Eroberung durch die Engländer erhielt die East India Company das Monopol. Der Export 1797 erreichte die beispiellose Höhe von 1.173.427 Pfund. 1798 bis 1800 lag der Jahresexport bei 438.017 Pfund, was der unklugen Ausbeutung der Bezugsquellen geschuldet war. Als Ceylon 1802 der Krone übergeben wurde, übernahm die Regierung die Kontrolle über den Anbau und die Ernte des Zimts. Für einige Jahre folgten die Engländer mit ihrer Art, das Monopol zu kontrollieren, der Art der Holländer. 1815 besaßen sie vier Plantagen, die in Kadirani, Ekele, Maradana und Morotta lagen und eine Fläche von 11.126 Acres hatten und jährlich 205.165 Pfund abwarfen, kaum genug um die Nachfrage zu befriedigen. Mit der Zeit schwand die Bedeutung, die der Zimt zu Zeiten der Portugiesen und Holländer gehabt hatte, denn der Zimt aus Java hatte die gleiche Qualität wie der Ceylon-Zimt. Die Holländer verließen Ceylon 1825 endgültig und nahmen 3.000 Zimtpflanzen, das Saatgut und etliche Zimtschäler mit sich, und die Engländer verlegten sich auf den Anbau von Kaffee, der eine weitaus größere Gewinnspanne versprach.

Kaffee
Unter dem holländischen Regime war Kaffee ein Monopol der Kompanie, aber der Entwicklung der Kaffee-Kultivierung wurde wenig Beachtung geschenkt. Die Holländer hatten Plantagen nahe Galle und Negombo, um die sie sich jedoch nicht kümmerten. Sie legten den Schwerpunkt auf den Zimthandel. Dabei bot sich das Hochland zur Kultivierung von Kaffeepflanzen förmlich an, und die Engländer investierten viel Geld in den Aufbau von Plantagen. Es dauerte jedoch, bis sich Kaffee wirtschaftlich etablierte. Der Ausbau der Colombo-Kandy-Straße senkte die Transportkosten auf ein Zwölftel. Es war schwer für die Pflanzer auf Ceylon, Profit zu erwirtschaften, wenn sie in Konkurrenz standen zu den erfahrenen Kaffeepflanzern der westindischen Inseln, und sie musste zudem einen höheren Zoll zahlen, um Ceylon-Kaffee nach England einzuführen. 1835 wurde der Einfuhrzoll für Ceylon-Kaffee auf dasselbe Level wie der Kaffee von den westindischen Inseln gesenkt.

Die Anbau von Kaffee expandierte. 1834 hatte die Regierung nur 49 Acres des Kronlandes verkauft, 1841 stieg der Verkauf auf 78.685 Acres, und 1845 waren 35.596 Acres bebaut. Der durchschnittliche Jahresexport betrug 1828 bis 1835 20.911 Zentner, die einen Wert von 24.836 £ hatten. Nur 1837 überschritt der Export nicht 30.000 Zentner. Bis 1845 hatte der Export eine Höhe von nahezu 200.000 Zentnern pro Jahr erreicht. Waren 1835 nur wenige Europäer Pflanzer auf Ceylon, so gab es 1848 367 Plantagen mit 60.000 Acres kultivierten Landes. Das  in Kaffee investierte Kapital betrug zwischen 1837 und 1845 rund 3 Mio. £.

Die Perspektiven für Kaffee waren so gut, dass der Gouverneur Stuart Mackenzie (1837-1841), die Richter, die Offiziere der Armee und die Hälfte der Beamten Plantagen eröffneten. Einige von ihnen kauften Plantagen zu exorbitanten Preisen. Aber in ihrem Bestreben, schnell Reichtum anzuhäufen, arbeiteten sie bereits auf ihren eigenen Ruin hin. Sie schenkten der Wahl des Bodens und den Methoden der Kultivierung keine Beachtung mehr und produzierten somit weniger als sie erwartet hatten. Die Nachfrage nach Arbeitern überschritt das Angebot, so dass sich die Kosten der Arbeit vervierfachten. Das Department für Bauingenieure und Landvermesser konnte nicht mehr Schritt halten mit der Nachfrage an zu vermessendem Land und den zu bauenden Straßen. Die Kosten für den Transport mit Gepäckträgern stiegen und mit ihnen die Kosten für die Produktion. 1845 bis 1846 sorgten finanzielle Schwierigkeiten in England und Ceylon dafür, dass die Pflanzer ihre Kredite nicht mehr bezahlen konnten. Das Ergebnis war, dass die meisten derjenigen, die ihr Geld in Kaffee investiert hatten, dieses verloren, und die Wirtschaftskrise in England lähmte die Industrie für den Zeitraum von drei Jahren. 1847 gab es eine ernsthafte Krise in der Kaffeewirtschaft Ceylons.

1869 fand Ceylons Zeit als Kaffeeinsel ein abruptes Ende. Der Kaffeerost, hemileia vastatrix, ein Pilzbefall der Blätter, vernichtete innerhalb kürzester Zeit die gesamten Kaffeepflanzen Ceylons und führte somit zu einem Totalverlust der Kaffee-Ernten. Die Plantagenwirtschaft erholte sich von diesem Schlag jedoch, indem sie anstelle von Kaffee mit der Kultivierung einer anderen Pflanze anfing: Tee.

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