Die East India Company wurde 1600 gegründet, zunächst als Zusammenschluss englischer Kaufleute, und trug den Namen Company of Merchants of London Trading into the East Indies. Die Kompanie hatte während der ersten eineinhalb Jahrhunderte ihres Bestehens keinerlei Bestrebung, direkte Verantwortung über territoriale Besitzungen auszuüben, sie war eine reine Handelsgesellschaft. Die Errichtung befestigter Handelsniederlassungen und Warenhäuser wurde nur mit Genehmigung der einheimischen Herrscher getätigt und nur dann, wenn ein wirtschaftlicher Nutzen vorlag. Das Bestreben, das der Unternehmung zugrunde lag, war, den gesamten Asienhandel in die Hände der Engländer zu bringen. Die Kompanie erhielt ein eigenes Siegel und durfte ihren Gouverneur und ihre Direktoren selbst wählen. Unter Jakob II. erhielt sie zudem das Recht, Festungen zu bauen, Münzen zu prägen und Truppen auszuheben. Zudem hatten sie das Handelsmonopol erhalten. Die Kompanie beabsichtigte zwar nicht, Gebiete zu erwerben, aber um einen sicheren und umfangreichen Handel zu gewährleisten, brauchte sie feste Stützpunkte – Forts, in die sie sich bei Gefahr angesichts der oftmals unsicheren politischen Lage der asiatischen Länder zurückziehen konnten. Zu Stützpunkten machte die Kompanie die wichtigsten Schnittpunkte der Handelsstraßen.

1698 entstand eine Konkurrenzgesellschaft, mit der sich die Company of Merchants of London Trading zusammenschloss zur East India Company. Die Kompanie verfügte 1717 über drei befestigte Handelsstützpunkte in Indien: Bombay, Kalkutta und Madras. Von Bombay aus überwachte die Gesellschaft die Handelsniederlassungen an der Malabar-Küste und in Surat, Madras war die beherrschende Niederlassung an der Koromandelküste, und Kalkutta das wirtschaftliche Zentrum Bengalens, des wirtschaftlich wichtigsten Gebiets Indiens. Die Niederlassungen waren ständig bedroht, und es bestand noch keinerlei Veranlassung, zu vermuten, dass von hier aus einst ganz Indien erobert werden würde. Bereits 1647 verfügte die Kompanie über fünfundzwanzig Kontore in Indien. Hauptgeschäft der Kompanie wurden Salpeter, Seide, Indigo-Farbstoff, Baumwolle, Porzellan und Tee.  Die Direktoren verfolgten die Politik, öffentliche Kontroversen zu vermeiden, sich auf bewährte Handelsrouten zu beschränken und die Ausgaben niedrig zu halten. Vor allem aber musste die Kompanie mit der Krone zusammenarbeiten, was umso wichtiger war, wenn sie ihr Monopol behalten wollte. In Konkurrenz zu den Engländern standen die Holländer, aber auch ihre eigenen Bediensteten und Schleichhändler. Illegaler Handel zwischen Asien und Europa unter Missachtung des Monopols wurde schwer geahndet. Viele Schleichhändler hatten jedoch einflussreiche Freunde, fuhren oder fremder Flagge oder arbeiteten mit korrupten Zollbeamten zusammen, so dass es schwer war, Schmuggelgeschäfte zu verhindern.

Die Forts an der indischen Küste waren von ausgesprochen gutem strategischem Wert. Von ihnen aus konnte auf indische Herrscher und europäische Konkurrenten politischer und militärischer Druck ausgeübt werden. Im Gegensatz zu den Franzosen, die von Beginn an keinen Hehl aus ihren Eroberungsabsichten gemacht hatten, betrieb die Kompanie, soweit es ihr möglich war, friedlichen Handel. Betrachtete man Indien aus Sicht eines Eroberers, so war das weite, fruchtbare Tal zwischen den Gebirgen im Norden, durchaus wert, erobert zu werden, und Schlüssel zu diesem Tal war der Hugli. Es kam jedoch im 18. Jahrhundert noch niemandem in den Sinn, die geographischen Gelegenheiten auszuschöpfen. 1742 wurde das Handelsmonopol für die Kompanie bis 1783 erweitert.

1746 belagerten die kombinierten französischen See- und Landstreitkräfte Madras, das zwar Kavallerieattacken standhalten konnte, nicht aber kombinierten Operationen und kapitulierte schließlich. Die Engländer wandten sich hilfesuchend an den nawab, der den Franzosen zunächst den Befehl übermittelte, von der Belagerung abzulassen und schließlich, als diesem Befehl nicht Folge geleistet wurde, eine Armee in Gang setzte, die den an Zahl weit unterlegenen, aber besser bewaffneten und disziplinierteren Streitkräften der französischen Kompanie, die unter französischen Offizieren kämpfte, besiegt und in die Flucht geschlagen wurde. Für einen Zeitraum von drei Jahren blieb Madras in französischem Besitz, bis es im Rahmen des Vertrags von Aix-la-Chapelle an England zurückgegeben werden musste. 1748-56 fanden im Dekkan fast ununterbrochen Kämpfe zwischen Engländern und Franzosen statt. Die Franzosen gingen mit großem militärischen Geschick vor und betätigten sich als Königmacher, während die Engländer für Versuche, ihre Position im Tamilnad mit ähnlichen Taktiken zu stärken wie die Franzosen, eine scharfe Zurechtweisung seitens der Direktoren erhielten, die ihnen vorwarfen, sich offenbar für eine Militärkolonie anstatt für Faktoreibeamte einer Körperschaft von Kaufleuten.

Die Entwicklung war jedoch nicht mehr aufzuhalten, denn die Engländer hatten bereits angefangen, die Dinge im Talminad in ihre eigenen Hände zu nehmen. 1751 nahm Clive Arcot ein und wendete dadurch auch die Gefahr ab, die von Dupleix, dem französichen Gouverneur Pondicherrys, erneut für Madras ausging. Es folgten Gefechte um koloniale Erwerbungen, Gefechte, die im Siebenjährigen Krieg mündeten, der von Europa nach Indien überschwappte. Der Krieg endete mit einer Niederlage der Franzosen, die von da ab an in Indien keinerlei imperiale Bestrebungen mehr hatten. Die <i>East India Company</i> stellte 1763 die dominierende Macht in Indien dar. Beliebt machte sich die Kompanie bei der einheimischen Bevölkerung indes nicht. Unloyale Bedienstete der Kompanie fanden ausreichend Gelegenheit, auf eigene Rechnung Geld zu scheffeln, indem die Menschen schröpften und den Ruin der einheimischen Kaufleute herbeiführten, die Kompanie betrogen und auch die Herrscher zu übervorteilen versuchten, teils sogar durch Erpressungen.

Somit war es nicht verwunderlich, dass den Engländern außer den Franzosen auch die einheimischen Herrscher teilweise feindlich gesonnen waren. Robert Clive führte einen Feldzug gegen Siraj-ud-Daula, der Kalkutta in einem Überraschungsangriff erobert hatte. Die nachfolgende Schlacht wurde berühmt als Sieg von Plassey (1757). Dieser Sieg markiert den Beginn der Herrschaft der East India Company in Indien. Weitere Eroberungen folgten, und England sicherte sich recht bald Südindien, Ostindien und Westindien. Die Herrschaft der Kompanie dauerte exakt hundert Jahre, in der sie in ihrer größten Blüte stand und den Kompanieangestellten, insbesondere den Direktoren, immensen Reichtum sicherte. 1857 läutete der Sepoy-Aufstand das Ende der Kompanie ein.