Die Festlichkeiten, mit der das Ende der Blockade gefeiert wurden, gipfelten in einer Zeremonie am 23. April 1783. Um 8:00 Uhr am Morgen versammelten sich die Regimenter mit sämtlichen Offizieren, die gerade keinen Dienst zu versehen hatten, in drei Reihen am Red Sands. Gouverneur Eliott verlas den offiziellen Dankesbrief, und es folgte ein Salut von einundzwanzig Kanonenschüssen. Es folgte eine von Musik begleitete große Prozession durch die Straßen der zertrümmerten Stadt. Der Säulengang im Gouverneurspalast war dekoriert mit Flaggen und den Farben der Regimenter, die an den Masten und Rahen befestigt waren, die man nach dem missglückten Angriff der schwimmenden Geschützstellungen hatte bergen können. In der Abenddämmerung beleuchteten farbige Lampen die Kolonnade, und die Männer fanden sich in den Bastionen ein, um das Feuerwerk anzusehen. Dem bewölkten Tag, an dem ein stetiger Ostwind wehte, folgte ein Abend mit einem Regensturm, der die Lampen ausblies und das Feuerwerk zum Erlöschen brachte.

Außerhalb dieser ganzen Festlichkeiten gab es natürlich auch praktische Entscheidungen, die gefällt werden mussten. Nach Ende der Belagerung war es unumgänglich, dass mehrere Regimenter aufgelöst werden mussten. Das 72., 73., 97. und ein Teil der Hannoveraner-Garde wurden nach England zurückgeschickt. Als das 72. in Manchester ankam, wurde es bewirtet mit Rinderbraten und Plumpudding, dann hielt es seine letzte Parade und wurde am 7. September 1783 aufgelöst. Im Oktober 1783 schickte man auch das 12., 39., 56. und 58. zurück nach Hause. Das 97. verschwand spurlos. Im Jahr 1967 fand man die Farbe des Regiments bei einer Familie, die vom ersten Colonel des 97. abstammte und in Neuseeland lebte.

Sämtliche Gibraltar-Regimenter, die heimkehrten, bewahrten die Erinnerung an den Beitrag, den sie während der Großen Belagerung geleistet hatten, wie ein stolzes Erbe. Das 12. wurde das Suffolk-Regiment, das 39. das Dorset-Regiment, 56. wurde zum zweiten Bataillon des Essex-Regiments, das 58. das zweite Northamptonshires. Jedes Regiment trug das Wappen Gibraltars mit dem Motto Montis Insignia Calpe. Selbst der Hannoveraner-Corps hat diese Auszeichnung bewahrt. Als eine Kompanie eines englischen Bataillons im September 1916 deutsche Soldaten gefangennahm, war man erstaunt, dass diese Armbinden trugen mit dem Wort Gibraltar. Sie gehörten zu Einheiten, der sich zurückverfolgen ließen zu den drei Hannoveraner-Regimentern unter la Motte, Hardenberg und Reden. Ihre Standarte trug die Aufschrift: Mit Eliott zu Ruhm und Sieg.

Auch in der Kunst fand die große Belagerung einen Widerhall. So komponierte Mozart 1782  den Bardengesang auf Gibraltar. Als Motiv in der Malerei zählen insbesondere die folgenden beiden Bilder von John Trumbull zu den bekanntesten:


Der Überfall auf die spanischen Geschützstellungen


Der Angriff der schwimmenden Geschützstellungen

Die Stadt selbst brauchte viele Jahre, ehe sie sich von der Zerstörung erholt hatte. Beim Wiederaufbau wurde zunächst der alte Teil der Stadt vernachlässigt. Erst als sich in den Jahren nach der langen Belagerung ein anhaltender Frieden abzeichnete, wurden wieder Häuser entlang der Küste und auf den unteren Abhängen gebaut. Niemals wieder bis in die heutige Zeit wurde Gibraltar so nachhaltig bedroht wie in den Jahren 1779-83, auch wenn der Standpunkt als Militärbasis erhalten blieb. So wurde während des Zweiten Weltkriegs die Zivilbevölkerung umgesiedelt, und der Felsen wurde zu einer unterirdischen Festung. In dieser Zeit wurden die sogenannten Great Siege Tunnels erweitert und können heute als World War Tunnels besichtigt werden. Nach wie vor möchte Spanien die Hoheit über Gibraltar zurückerlangen, und unter Franco wurde die Grenze von 1969-85 geschlossen.

Schaut man sich Gibraltar heute an, so erinnert nur wenig an die alte Garnison. Aber noch heute befindet sich die Gouverneursresidenz in dem alten Kloster, und die Möbel, die aus dem Holz hergestellt worden sind, das man von den schwimmenden spanischen Geschützstellungen 1782 hatte bergen können, findet man dort ebenfalls noch. Wichtige Besucher werden mit einem Salutschuss willkommen geheißen, der von der King’s Bastion aus abgefeuert wird.