Ladakh ist ein dünnbesiedeltes Gebiet im Hochgebirge des heutigen Jammu und Kashmir im Norden Indiens, das insbesondere durch die Schönheit seiner Gebirgslandschaft bekannt wurde und durch die tibetischen Einflüsse auf die herrschende buddhistische Kultur. Die Stadt erstreckt sich über den Himalaja, Karakorum und das obere Tal des Indus. Die spärliche Besiedlung der Region ist aller Wahrscheinlichkeit nach auf die Trockenheit zurückzuführen, die der der Sahara gleicht. Diesem Umstand ist auch geschuldet, dass es fast keine Bäume gibt, bis auf die wenigen, die von den Bewohnern selbst angepflanzt wurden. Der Indus ist die Hauptwasserquelle der Region, und an vereinzelten kleinen Flüssen finden sich Oasen. In über 5600m Höhe verläuft der höchste Gebirgspass der Welt, der Khardong-Pass.

Die Geschichte Ladakhs ist wechselvoll und eng mit der Geschichte Tibets verknüpft. Nach dem Untergang des tibetischen Reiches 842 errichtete ein Sohn Nyima-Gons, ein Abkömmlings des tibetanischen Königshauses, in Ladakh die erste Dynastie. Das Zentrum des Königreichs lag im Osten der Region. Im Laufe der Jahrhunderte kam es zu religiösen Umwälzungen. Der Einfluss Tibets, das inzwischen unter der Verwaltung der mongolischer Klöster stand, blieb ungebrochen, und somit festigte sich auch der Buddhismus in der Kultur von Ladakh. Das damals noch eigenständige Kashmir wurde von muslimischen Dynastien beherrscht. Es kam zu Konflikten zwischen Ladakh und Kashmir. Turkstämme unternahmen Raubzüge und schließlich ernsthafte Eroberungsversuche, die im Jahr 1532 schließlich zum Sieg führten, als Truppen aus Kashgar unter Khan Abu Sayed Mirza nach Ladakh zogen.

Bis in die 1550er Jahre konnten sie die Stadt halten, dann verloren sie sie wieder. Aurangzeb forderte Ladakh auf, die Oberhoheit des Mogulreichs anzuerkennen, was Ladakh zwar tat, aber es verweigerte die ausgehandelten Tributzahlungen. Es kam zu weiteren Auseinandersetzungen, bis 1680 der fünfte Dalai Lama aus dem inzwischen wieder erstarkten Tibet Ladakh für sein Reich beanspruchte und 1681 der Krieg mit Tibet ausbrach. Ladakh bat das Mogulreich um Hilfe, die auch gewährt wurde. 1683 schlugen die Truppen des Mogulkaisers die Tibeter, und der Tribut, den er dafür forderte waren Zahlungen, Gebietsabtretungen und die Prägung der ladakhischen Münzen auf das Mogulreich. Damit hatte sich Ladakh zwar zum Vasallen Aurangzebs gemacht, hatte dafür aber auch einige Privilegien erhalten, was den Handel anging.

Ladahk bewahrte sich ein gewisses Maß an Unabhängigkeit, das es nach Schwächung des Mogulreichs zu erhalten wusste, obwohl es weiterhin zu Tributzahlungen verpflichtet war, wenn auch nicht mehr an Aurangzeb, sondern an das Haus Durrani. Nachdem das Reich der Großmoguln Anfang des 19. Jahrhunderts endgültig zusammengebrochen war, regierten die Sikhs Kaschmir. Das Gebiet des heutigen Jumma kam unter die Kontrolle der Rajputen, deren General 1834 in Ladakh einfiel, später kam die Region unter die Herrschaft des Dogra-Rajas Gulab Singh. 1845 ging das Kaschmir-Tal in Besitz der Briten, die es ihrerseits an den Dogra-Herrscher verkauften.

Ab 1860 geriet Kaschmir immer stärker ins Blickfeld der Briten. Obwohl es sich formal bei Jumma um einen eigenständigen Teil handelte, ordneten sie dieses Gebiet Kaschmir zu und sahen die Region als Einheit. Insbesondere in Bezug auf den Russland-Afghanistan-Konflikt wurde Kaschmir interessant in Hinblick auf die imperialistische Großmachtpolitik. Zunächst wurde ein Abkommen mit dem Maharadscha von Kaschmir unterzeichnet, das eine Straße von Nordindien durch Ladakh erlaubte. Im ausgehenden 19. Jahrhundert hatten die Briten ihre Machtposition in Kaschmir gefestigt.