Den Eintritt Bombays ins neunzehnte Jahrhundert markieren eine Reihe bedeutender Männer. Major General Wellesly, später Lord Wellington, residierte hier von März bis April 1801, und ein weiteres Mal von März bis April 1804 nach dem Krieg von Assaye. Jonathan Duncan lebte im alten Government House im Fort von 1775 bis zu seinem Tod 1811. Viscont Valentia war zu einem Bankett bei Ardeshir Dady eingeladen, einem der parsischen Geschäftsherren im November 1804, und im Mai desselben Jahres erreichte Sir James Mackintosh Bombay, um die Nachfolge von Sir W. Syer, dem ersten Stadtrichter, anzutreten. Zudem prägten zwei Ereignisse den Anfang des Jahrhunderts: Eine Hungersnot 1803 und ein großes Feuer, das im selben Jahr im Fort ausbrach und große Teile der britischen Siedlungen zerstörte.

1813 verlor die East India Company ihr Handelsmonopol. Private Unternehmen hatten keine oder nur geringe Möglichkeiten in Bombay, wenn die Kompanie und ihre Angestellten den gesamten Handel in der Hand hielten. Der Wegfall alter Privilegien hat Bombay einen immensen Aufschwung verschafft, und dieser Umstand kombiniert mit den militärischen Erfolgen im Dekkan, ebnete den Weg für einen wirtschaftlichen Fortschritt, der charakteristisch wurde für Bombay im 19. Jahrhundert. Die Eroberung des Dekkan 1817-18 bedeutete das Ende der Auseinandersetzung mit den Marathen und machte aus Bombay anstelle einer Handelsstadt die Hauptstadt einer großen Provinz. 1823 entstand ein oberster Gerichtshof, 1825 auf der Hornby Road ein neues Hospital. 1830 wurde eine Straße nach Poona eröffnet, und ein regulärer monatlicher Postverkehr nach England wurde 1838 auf der Überlandroute eingerichtet. Außerhalb der Mauern des Forts bekam die Stadt ebenfalls ein anderes Gesicht. Sie dehnte sich westlich bis Back Bay und nördlich bis Byculla, so dass 1835 neue Verkehrswege notwendig wurden. Einer der ersten war die große Hauptstraße, die nach Sir Robert Grant benannt worden ist und während seiner Gouverneurszeit (1835-38) entstanden ist.

Das Jahr 1840 markierte den Anfang einer Periode von Aufschwung und Fortschritt. 1850 begann man mit der Great Indian Peninsula Railway, 1853 wurden die ersten zwanzig Meilen nach Thana gelegt. Die Bombay, Baroda und Central Indian Railway wurde 1864 fertiggestellt. 1855 wurde der erste Kontakt zur Peninsula and Oriental Company hergestellt, um einen Postdienst im Zwei-Wochen-Rhythmus einzuführen, aus dem 1857 ein wöchentlicher Service wurde. Die erste Bank von Bombay öffnete ihre Pforten 1840, und 1857 die erste Manufaktur für Baumwolle, von denen 1860 sechs weitere eröffneten, so dass Bombay zum größten Baumwollmarkt West- und Zentral-Indiens wurde. Zwischen 1861 und 65 gab es bedingt durch den Bürgerkrieg in Amerika einen enormen Aufschwung im Baumwollhandel. Lancashire wandte sich künftig an Bombay, um seinen Bedarf am Baumwolle zu decken, und die Händler machten einen Gewinn von 81 Mio. Sterling. Mit dem Ende des amerikanischen Bürgerkriegs wurde diesem Aufschwung jedoch ein abruptes Ende gesetzt, und ein schneller Preissturz folgte. Einen Schaden konnte dieser Einbruch der Stadt jedoch nicht zufügen, dafür war die Wirtschaft zu stabil, so dass Bombay sich schnell wieder erholte.

Die Regierung stellte Hilfen zur Verfügung, um die Stadt zu sanieren und zu verschönern. Unter anderem entstand in dieser Zeit das European General Hospital, ein neues Polizei-Revier, Leuchttürme und eine Schiffswerft in Mazagaon. Um Raum zu schaffen für die ganzen städtebaulichen Veränderungen, wurden 1862 die Mauern des Forts geschleift. Große Veränderungen gab es auch in der Stadtverwaltung. 1865 wurde ein Gesundheitsministerium gegründet, es entstanden neue Marktplätze, z.B. die Crawford Märkte, die 1869 eröffnet wurden. Zwischen 1872 und 1881 wurden die Bahnverbindungen durch ganz Indien gelegt, und es gab die Dampfschiffahrt entlang der Küste.

Zwischen 1860 und 1890 gab es einen großen Zustrom an Arbeitern. Diese Stadt mit ihrer enormen Bevölkerungsdichte, die unter dem damals größten Königreich der Welt stand, erhielt den Namen: „Indiens Tor zur Welt“. Für jemanden, der Bombay nach langer Abwesenheit wieder besuchte, musste die Veränderung, die das Stadtbild prägte, außergewöhnlich sein. So schrieb Sir Edwin Arnold 1886: Es ist schwer zu glauben für jemanden, der diesen Ort während des Sepoy-Aufstandes gesehen hat und in den Jahren, die darauf folgten. […] Ich habe Bombay als eine Stadt der Lagerhallen und Kontore verlassen und finde nun eine Stadt der Parks und Paläste.