John Sullivan, ehemaliger Sekretär der East India Company, entdeckte Ootacamund im 19. Jahrhundert, nachdem er die Hulikal-Schlucht überquert hatte, und kaufte Land, weil er auf Anhieb das enorme Potential der Region erkannte. Von den in völliger Isolation lebenden Todas erwarb er Boden für Rs. 1 pro Morgen und begann mit der landwirtschaftlichen Nutzung, wobei er sich vor allem auf Tee konzentrierte. Innerhalb kürzester Zeit machte er ein Vermögen und baute mit Geschäftsfreunden eine englische Stadt inmitten der Berge – Ootacamund. Ein künstlicher See wurde angelegt, Häuser und Kirchen gebaut. Es entstand der beliebteste Bergkurort von British India, Ooty – Queen of hill stations. Die Todas wurden zurückgedrängt und teilweise missioniert. Teepflanzungen und Rodungen verdrängten sie aus ihrem Lebensraum in die umliegenden Wälder. Bis 1842 stand Ootacamund unter militärischer Kontrolle.

Über die Herkunft des Namens Ootacamund – Udagamandalam – herrscht Unklarheit. Ottacalmandu ist das tamilische Wort für „eine Stadt aus einzelnen Steinen“.  Möglich ist auch eine Ableitung aus der Sprache der Todas, in der das Wort mund „Dorf“ bedeutet. Es gibt die Ableitungen Ootacamund, Wootaycamund oder Wotay. Bezeichnet wurde Ootacamund aufgrund seiner snobistischen Gesellschaft oftmals als Snooty Ooty.

Das erste in Ootacamund erbaute Haus war John Sullivans Stonehouse, das 1821 gebaut wurde. Im Jahr 1825 begann man, den künstlichen See anzulegen, der zunächst nur eine kleine Serpentine war, danach aber stetig vergrößert wurde. Kirchen wurden gebaut, die erste davon 1830. 1829 entschied die kirchliche Missions-Gemeinde, eine Schule für Europäer zu gründen, die aber in erster Linie für die Söhne der Mitglieder der Missions-Gemeinde gedacht war. Es wurden jedoch auch andere Schüler aufgenommen, wenn diese eine Erlaubnis des Schulkomitees vorweisen konnten. Anfang 1832 wurde die Schule eröffnet. Eine weitere Schule hat Rev. Mr. Rigg in Fern Hill ins Leben gerufen, 1855 jedoch wieder geschlossen. 1847 gab es eine weitere Schule für beide Geschlechter, die von Mrs. James und Miss Ottley geleitet wurde. Weitere Schulen folgten, darunter auch eine für europäische und eurasische Jungs, Mädchenschulen und das Snowdown College. Die Breek’s Memorial School nahm Europäer, Eurasier und Einheimische höherer Abstammung auf.

Die in Ootacamund stationierte Armee gehörte der Madras-Armee an, so wie Ootacamund Teil der Präsidentschaft Madras war. Britische Soldaten wurden nach Ootacamund zur Rekonvaleszenz geschickt, zunächst in die Southdowns, dann in das St. Bartholomew’s Hospital. Die erste Poststation wurde 1826 eröffnet, 1855 bekam Ootacamund einen eigenen Gerichtshof. Die erste und einzige Bank in Ootacamund stand in Verbindung mit der Bank von Madras und wurde am 16. September 1866 in Hiram in the west eröffnet. Von dort aus wurde sie am ersten Juli 1868 nach Bombay Castle verlegt. Die Hill Station hatte auch ein eigenes Telegraphenamt, das 1855 gegründet wurde. Die Kosten für das Verlegen des Telegrammkabels beliefen sich auf Rs. 25.500. 1858-59 wurde die direkte Verbindung zwischen Ootacamund und Coonoor gelegt, 1871-72 die Verbindung von Ootacamund und Mettupalayam, von wo aus ein Kabel nach Madras führte. Das erste Telegraphenamt in Ootacamund befand sich in einem Haus mit dem Namen Hiram in the east.

1829 erwähnte Sullivan erstmals in einem Brief an die Regierung, dass ein öffentlicher Leseraum benötigt wurde. Die ersten Hinweise auf eine Bibliothek finden sich für das Jahr 1841 bzw. Anfang 1842. Richard F. Burton hat auf seiner Reise durch die Nilgiris 1847 eine Bibliothek erwähnt, die von einem Mr. Warren geführt wurde, und die sehr leichte Literatur sowie Zeitungen und Magazine führte. Die Bibliothek wurde von Burton als sehr klein beschrieben, die Zeitungen und Magazine waren nie auf dem neuesten Stand, und etliche Bücher galten als vermisst. Die Bibliothek soll sich am Charing Cross befunden haben, genau an der Kreuzung der vier Straßen. Später wurde die Bibliothek zusammen mit dem Museum im Prager’s house untergebracht. Eine weitere Bibliothek befand sich im Club, der jedoch nur Mitgliedern zugänglich war. Gegründet wurde der Club 1842 von Captain Douglas, der zusammen mit sieben weiteren Offizieren, das erste Komitee gebildet hat.

Die ersten Gärten in Ootacamund waren die von Stonehouse und den Southdowns, beide im Eigentum von Mr. Sullivan im Jahr 1829. Später hielt die Regierung die Gärten instand. Anfang 1847 wurde durch einen Fonds, der unter der Aufsicht der Gartenbau-Gesellschaft stand, der erste öffentliche Garten gegründet. Richard F. Burton schreibt: Public gardens, with the usual “scandal point”, where you meet the ladies, and exchange the latest news? We reply yes, in a modifying tone. The sum oft about £200, besides subscriptions, was expended upon the side of a hill to the east of Ooty, formerly overrun with low jungle, now bearing evidences of the fostering hand oft the gardener in the shape of many cabbages and a few cauliflowers. (Goa and the blue mountains)

Der Ootacamund-Club