Die Herrschaft der Engländer in Ceylon ist die längste und nachhaltigste aller Kolonialmächte. Die Ära ihrer Herrschaft begann am 15. Februar 1796, als der holländische Gouverneur, Gerard van Angelbeek, der britischen Streitmacht Colombo abtrat mitsamt den übrigen holländischen Territorien auf Ceylon und den Kolonien in Südindien. Früher bereits hatte die holländische Flotte im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg die britische Blockade an den amerikanischen Häfen unterlaufen und somit einen guten Grund für die Besetzung Ceylons geliefert. Als Frankreich dann 1794 eine Invasion nach Holland gestartet und auch Interesse an Ceylon gezeigt hatte, trat England trat als schützende Präsenz auf den Plan, die sich der holländischen Besitztümer annehmen würde.

Schon lange hatte die East India Company ein Auge auf Ceylon geworfen, denn der Hafen von Trincomalee bot sich als hervorragender Stützpunkt für ihre Unternehmungen in Indien geradezu an. Die Engländer griffen die Stadt am 18. August 1795 an und eroberten sie acht Tage später. Sie landeten mit 1.200 britischen Soldaten und zwei Bataillonen von Sepoys im Hafen und begaben sich an der Küste entlang auf einen Marsch nach Colombo, um die holländische Garnison dort anzugreifen. Zuvor waren die Engländer mit dem König von Kandy eine Allianz eingegangen, der ihnen seinen Beistand im Kampf gegen die ihm verhassten Holländer zusicherte und ihnen zur Verstärkung im Kampf gegen die Schweizer Elitesoldaten unter Comte de Meuron die Kandy-Armee zur Seite stellte. Woran sicher kein Zweifel besteht, ist die Tatsache, dass der König die Engländer unter anderem mit dem wertvollen Zimthandel geködert hatte.

In den letzten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts hatte sich abgezeichnet, dass Frankreichs Tage als Kolonialmacht in Indien gezählt waren, es bestand allenfalls die Möglichkeit, dass Frankreich in Europa entscheidende Siege erzielte und diese auf Asien erweiterte. Der ins Exil geflüchtete holländische Statthalter hatte 1795 den holländischen Gouverneur auf Ceylon die Anweisung zukommen lassen, den Briten Ceylon zu überlassen und es somit unter ihren Schutz zu stellen, aus britischer Sicht ein Zug von strategischer Wichtigkeit. William Pitt bezeichnete die Insel als „kostbarsten Kolonialbesitz“ und erhoffte sich davon für das britische Reich in Indien eine bisher nie erreichte Sicherheit.

Erst zwei Jahrhunderte später kam ans Licht, wie die für England so wichtige Schlacht in Colombo in Wahrheit verlaufen war. Hugh Clerghorn, ein Professor an der St. Andrew’s University, war ein guter Freund des Comte de Meuron, der die Schweizer Garde seinem Bruder anvertraut hatte, kurz bevor die Engländer ihre Invasion starteten. Cleghorn, der für den britischen Geheimdienst arbeitete, schlug dem Staatssekretär Henry Dundas vor, das Meuron-Regiment von den Engländern kaufen zu lassen. Dundas begrüßte die Idee und gab Anweisungen für die Transaktion. So erhielt der in Colombo sitzende Bruder des Comte de Meuron ein Geschenk: Einen großen holländischen Käse aus Indien. In diesem Käse war eine Nachricht verborgen, die ihn darüber informierte, dass er und seine Soldaten vertraglich in die britische Armee eingegliedert worden seien und unverzüglich nach Kanada versetzt würden. Als die britische Armee anrückte, stellten sie irritiert fest, dass die einzigen, die Widerstand leisteten, einige Malaien waren, und konnten sich nicht erklären, wo die Schweizer Garde abgeblieben war.

Kandy entzog sich nach wie vor dem Zugriff er Engländer, und der König verbot das Bauen von Straßen durch den Dschungel, denn dieser bot ihm einen perfekten Schutz gegen ungewollte Eindringlinge. Die duale Kontrolle zusammen mit der East India Company war kein Erfolg, so dass 1801 die britische Regierung entschied, Ceylon zur Kronkolonie zu machen, obwohl die Kompanie das Monopol für den Zimthandel behielt. Während der ersten drei Jahrzehnte gab es vier britische Gouverneure, die direkt der Krone unterstellt waren: North, Maitland, Brownrigg und Barnes. Die letzten drei waren hochrangige Offiziere, und alle drei waren äußerst fähige Männer. Das Hauptinteresse lag in den frühen Jahren in der Beziehung zum König von Kandy.

Frederick North, der fünfte Earl von Guilford, erwies König Vikrama Rajasingha seinen Respekt, indem er ihm eine wertvolle Kutsche übersandte, die jedoch in ihre Einzelteile zerlegt transportiert werden musste, denn anders wäre ein Transport über die Dschungelwege nicht möglich gewesen. Der König jedoch machte deutlich, dass er durch Geschenke nicht beeindruckt werden konnte, so dass sich North gezwungen sah, Gewalt anzuwenden. Es erschien ihm anormal, dass es innerhalb eines Landes ein eigenes unabhängiges Königreich gab. 1803 kam es zur ersten Invasion in Kandy. Das gesamte Vorgehen Norths war weit davon entfernt, rühmlich zu enden, und die Expedition, die er nach Kandy entsendete, war ein großer Fehler aus denselben Gründen aus denen dieses Vorgehen bereits zu Zeiten der Portugiesen und Holländer zum Scheitern verurteilt war. Im Dschungel hatte das Bataillon gegen Blutegel, Moskitos und Dschungelfieber zu kämpfen, und Mangelerscheinungen ließen die Gliedmaßen der Soldaten grotesk anschwellen. Als sie in Kandy ankamen, fanden sie die Stadt verlassen vor. North hinterließ einen Marinonettenherrscher und ein Kommando von Soldaten, die allesamt krank waren, danach kehrte er mit seiner Armee nach Colombo zurück. Kaum hatte er Kandy verlassen, kamen die Bewohner zurück und metzelten die kranken Soldaten nieder.

Norths Nachfolger, Sir Thomas Maitland, machte keinen Versuch, das Stigma der britischen Streitmacht zu beseitigen, sondern er konzentrierte sich darauf, die zivile und juristische Verwaltung unter seiner Kontrolle zu verbessern. Sir Robert Brownrigg, der Maitland 1812 ablöste, hatte sich in den Kopf gesetzt, das Problem mit dem Königreich von Kandy endgültig bei der ersten sich bietenden Gelegenheit zu lösen. Der König von Kandy wurde bei den singhalesischen Führern immer unbeliebter. 1815 verübte er barbarische Grausamkeiten an singhalesischen Händlern, die mit den Briten in Kontakt standen, und das gab Brownrigg die Gelegenheit, auf die er die ganze Zeit gewartet hatte. Er zog gegen Kandy und intrigierte. Der König floh, konnte aber von Brownrigg gefasst werden und wurde ins Exil geschickt. Die buddhistischen Chronisten empfanden den unrühmlichen Abgang des Königs als Schande, eines Königs, der sich zudem durch immense Grausamkeiten ausgezeichnet hatte. Die Briten jedoch brachten ihm Respekt entgegen, erinnerte er sie doch an Heinrich VIII. wegen seiner vielen Frauen. Auf einer Insel inmitten des Sees hielt er sich einen Harem, ein Liebesnest, das die Briten in ein Pulvermagazin umwandelten. Niemand stellte die Herrschaft der Engländer je ernsthaft in Frage, und selbst die Revolte der Singhalesen 1817-1818 überstanden sie, obwohl sie währenddessen zeitweise in ernsthafter Gefahr waren. Sie bauten Straßen (Näheres hier) und legten Kaffeeplantagen an (Näheres hier). Nachdem der Kaffeerost (Kaffeepest) der ohnehin schon krankenden Wirtschaft den Rest gegeben hatte, setzten die Engländer sehr erfolgreich auf Tee. Was sich indes nicht änderte, war ihre methodische Ausbeutung der tamilischen Arbeiter. Tee wurde im Gegensatz zu Kaffee ganzjährig gepflückt, und so ergab sich eine neue Situation für die Arbeiter, deren Kraft nun das ganze Jahr hindurch gefragt war. Es wanderten innerhalb von gut fünfzehn Jahren ungefähr eine Million Tamilen ein, die sich zu mehreren Personen enge Bretterhütten teilen mussten, manchmal ganze Familien auf 4 m². Zwischen ihnen und den eingesessenen Tamilen bildete sich eine tiefe Kluft (Näheres hier).

Was das Ausbildungssystem anging, baute England auf holländische Fundamente. Unter den Holländern und in früheren Zeiten der Engländer war versucht worden, Unterricht in Singhalesisch und Tamilisch anzubieten, aber die britische Regierung hatte wenig Interesse daran, dies fortzuführen, außer Gouverneur Brownrigg, der eine Reihe von  Missionsschulen eröffnete. Ab 1832 gab es zweihundertfünfunddreißig Schulen, hinter denen verschiedene protestantische Missionen standen, mit insgesamt 10.000 Schülern. 1834 wurde eine Schulkommission eingerichtet, die unter der Kontrolle des anglikanischen Klerus stand. Die Colombo Academy wurde später das Royal College, das noch heute existiert. 1847 waren Schulen für Singhalesen und Tamilen etabliert, die sowohl von Mädchen als auch von Jungen besucht werden konnten. Europäer gingen getrennt von Singhalesen und Tamilen zur Schule, auch wenn ihnen theoretisch dieselben Chancen eingeräumt werden sollten. Die besten tamilischen und singhalesischen Absolventen schickte man an die Cambridge University.

Ab Mitte des Jahrhunderts schritt die Entwicklung der Schulen immer weiter voran, und 1868 gab es bereits achtzehn staatliche Schulen mit 1.908 Schülern. Die Missionsschulen bildeten jedoch immer noch die größte Anzahl. Seit 1835 gab es eine Universität in Kandy, und 1852 wurde das St. Thomas’s College in Colombo gegründet. 1872 gab es bereits vierhundertzwei Missionsschulen mit über 25.000 Schülern. Die in England ausgebildeten Singhalesen und Tamilen wurden zu Wegbereitern der künftigen Studentengenerationen.

Anfang des 20. Jahrhunderts stellte sich immer häufiger die Frage unter den gebildeten und nationalistisch gesinnten Persönlichkeiten Sri Lankas, wie viel Mitbestimmung in politischen Belangen der einheimischen Bevölkerung zugestanden werden sollte. Die Regierung in London sprach sich gänzlich dagegen aus und sagte, den Einheimischen fehlten sämtliche erforderliche Grundlagen, um sich selbst regieren zu können. Es bildete sich 1919 der Ceylonesische Nationalkongress, der jedoch nie eine Bedeutung gewann, weil sich die Tamilen abspalteten. Die Stimmung in der Bevölkerung verschlechterte sich während der Weltwirtschaftskrise massiv. Nach dem zweiten Weltkrieg schließlich zog sich England aus Ceylon zurück und erklärte 1947 dessen Unabhängigkeit. 1972 wurde Ceylon umbenannt in Sri Lanka.