Burgher sind die Nachfahren europäischer Siedler und entstammen den Mischehen zwischen Portugiesen und Holländern mit einheimischen Frauen.  Das Wort kommt aus dem Holländischen und bedeutet „Bürger“. Strenggenommen waren mit dem Begriff „Burgher“ nur die Nachfahren der Holländer gemeint, aber es wurde zum Überbegriff für alle Eurasier.

Als die Portugiesen sich als Kolonialmacht auf Ceylon niederließen, heirateten sie in Ermangelung portugiesischer Frauen Singhalesinnen. Nach der Machtergreifung durch die Holländer mussten die Portugiesen das Land verlassen, die Nachfahren, die den Mischehen entstammten, durften jedoch bleiben. Die Holländer siedelten ihre eigenen Landsleute an, freie Bürger (Vrij Burgher). Allerdings erwies sich die Siedlungspolitik der Holländer als nicht erfolgreich, denn es gab nur wenige Familien, die bereit waren, sich auf Ceylon niederzulassen. Weil es viele alleinstehende Männer gab, wurde die Erlaubnis erteilt, einheimische Frauen zu heiraten, mit der Voraussetzung, dass diese vorher zum Christentum übertraten. Bevorzugt wurden Mischlings-Frauen portugiesischer Abstammung, deren Töchter wiederum jedoch nur Holländer heiraten durften, weil man eine zu große Vermischung mit anderen Völkergruppen vermeiden wollte.

Die holländischen Burgher unterschieden sich von den portugiesischen Burghern im 18. Jahrhundert sowohl durch ihre Sprache als auch durch ihr Aussehen. Waren die Nachfahren der Holländer meist hellhäutig und sprachen Holländisch, so kennzeichnete die Nachfahren der Portugiesen eine dunklere Hautfarbe und ihre Sprache, eine Art kreolisches Portugiesisch. In Physiognomie der Burhger ist jedoch  keine klassische Einheitlichkeit erkennbar. Ihre Kultur war ein reichhaltiger Mix aus Ost und West. Die meisten von ihnen kleideten sich westlich, jedoch war es nicht ungewöhnlich, Männer im traditionellen Sarong und Frauen in Saris zu sehen. Als die Engländer 1796 zur herrschenden Kolonialmacht wurden, blieben viele Angestellte der holländischen Ostindienkompanie (Verenigde Oost-Indische Campagnie) im Land. Unter der Herrschaft der Briten wurden die holländischen Burgher zu einer privilegierten Schicht auf der Insel. Sie akzeptierten die britische Krone als Landesherrn und sprachen künftig Englisch statt Holländisch. Es siedelten sich neben den Engländern auch Angehörige anderer europäischer Nationalitäten an, die wiederum Ehen mit Burghern eingingen, in deren Folge die Anzahl der Burgher während der britischen Kolonialzeit anstieg.

Aufgrund des singhalesischen Nationalismus wanderten die meisten Burgher nach der Unabhängigkeit Sri Lankas aus, vorzugsweise nach Australien, aber auch nach Europa oder in die USA. Die noch verbliebenen Burgher leben größtenteils in Colombo und sprechen fast nur Englisch, um sich von den Singhalesen abzugrenzen und ihre Herkunft hervorzuheben.