Moors sind die Nachfahren der arabischen Kaufleute, meist Seefahrer, die sich auf Ceylon niedergelassen und Handel und den Islam in die Küstenprovinzen gebracht haben. Meist betätigten sie sich als Gewürzexporteure oder Edelsteinhändler. Bereits in vorchristlicher Zeit besuchten die ersten arabischen Seefahrer Lanka – Serendib, die Zauberhafte. In Anuradhapura wurden arabische Zuchthengste gegen Gewürze getauscht. Nach Etablierung des Islam entstanden größere muslimische Gemeinden entlang der Westküste. Die Umstände waren günstig, denn die Singhalesen waren in erster Linie Bauern und keine Händler, so dass sich rasch eine islamische Gemeinschaft auf Ceylon etablieren konnte. Zunächst ließen sie sich an den Häfen nieder, weil das die für den Handel strategisch günstigsten Orte waren.

Bis zur Ankunft der Portugiesen besaßen die Moors das Handelsmonopol auf der Insel. Die Portugiesen begannen mit der Verfolgung der Araber, die daraufhin ins zentrale Bergland flüchteten und sich unter den Schutz des Königs von Kandy begaben, der ihnen erlaubte, sich im Landesinnern niederzulassen. Zu der Gruppe der Moors gesellten sich später auch Muslime aus Indien. Den Einwanderern gelang eine schnelle Integration in die Gesellschaft der Insel, was auch daran gelegen haben mag, dass viele arabische Männer Singhalesinnen und Tamilinnen heirateten.

Der Kontakt zwischen den Muslimen und den singhalesischen Königen und der Bevölkerung blieb durchgehend gut. Dieser Tatsache ist geschuldet, dass sie den Singhalesen immer näher verbunden waren als den Tamilen. Im 14. Jahrhundert kämpften sie an der Seite der Singhalesen gegen das expandierende tamilische Königreich. Zu Beginn des sechzehnten Jahrhunderts hatten sich die Nachfahren der arabischen Händler endgültig auf Ceylon niedergelassen, ein inzwischen unentbehrlicher Teil der Gesellschaft. Sie waren sehr erfolgreich im Handel und sozial integriert.

Die Moors sprechen eine abgewandelte Form von Tamilisch mit einem arabischen Einschlag, nur im Zentrum des Landes wird auch Singhalesisch gesprochen. Noch heute ist ihr Haupterwerbszweig der Handel, insbesondere der Edelsteinhandel in Ratnapura. Die Moors sind die drittgrößte Völkergruppe im heutigen Sri Lanka.